Elefanten in Simbabwe:
VIER PFOTEN führt Marys Herde in die Freiheit
05.11.2009: Elefantenkuh Mary und ihre Herde sind am Ziel: VIER PFOTEN brachte die neun Elefanten aus Simbabwe in den Hwange Nationalpark im Süden des Landes. Die Tiere waren illegal in der Wildnis gefangen und als Touristenattraktion dressiert worden. In den letzten Wochen hatte ein VIER PFOTEN Team die schwer traumatisierten Elefanten versorgt – mit dem Ziel, die Herde wieder auszuwildern. Am 2. November 2009 war es soweit: Die Reise in die Freiheit konnte beginnen.
Ursprünglich stammten die neun Elefanten aus zwei verschiedenen Herden; während der mehrwöchigen Therapie von VIER PFOTEN formierten sie sich um die schwangere 20-jährige Elefantenkuh Mary neu und wurden eine eigene stabile und gesunde Herde.
Zu ihrer eigenen Sicherheit wurden die Elefanten vor dem Transport mit Pfeilen betäubt. In drei Gruppen aufgeteilt wurden sie mit kleinen Lastern zu einem leichter zugänglichen Sammelpunkt gebracht und auf ein größeres Fahrzeug verladen. VIER PFOTEN Tierärzte und Wildtier-Experten begleiteten den gesamten Transport. Auf dem Transportwagen bekamen die Elefanten ein Gegenmittel, damit sie den Umzug wach und bei Bewusstsein erleben konnten. Mary, ihr Sohn John, die vierjährige Elefantin „Baby-Girl“ und die anderen Elefanten hatten sich in den Wochen mit dem VIER PFOTEN Team so sehr stabilisiert, dass sie alle die ganze Nacht hindurch ruhig und vertrauensvoll blieben, während sich der Konvoi Richtung Süden auf sein Ziel zubewegte, die Hitze des Tages vermeidend.
Brutales Training
Die meisten Tiere dieser außerordentlich jungen Gruppe waren traumatisiert – monatelang wurden sie mit brutalen Methoden für die Tourismusindustrie dressiert. Besonders Mancuba hatte schwere Schläge auf den Kopf hinnehmen müssen. Die sechsjährige Emily und die zehnjährige Nomalanga hatten ein Aggressionslevel entwickelt, das für Elefanten sehr ungewöhnlich ist. Dehydriert und ausgehungert war die gesamte Gruppe einem brutalen Trainingsalltag ausgesetzt, der sie auch gegenseitig, unter Artgenossen, entfremdet hatte.
Dies alles wurde täglich sichtbar besser, als das VIER PFOTEN Team das Genesungsprogramm aufgenommen hatte. Die Wochen auf der Sondelani Tierfarm waren geprägt von logistischen Herausforderungen und extremen Arbeitsbedingungen – doch es sollte sich am Ende auszahlen: Mary und ihre Herde verwandelten sich in eine gesunde und im Umgang arttypische, intakte Elefantenfamilie.
Auswilderung im Morgengrauen
Die Sonne ging langsam auf als die Elefantenherde schließlich im Hwange Nationalpark ihr neues Leben begann. Anführerin Mary führte Jack, Jessica, Emma und die anderen bereits kurz nach ihrer Ankunft fort von den VIER PFOTEN Fahrzeugen – in ein neues Leben.
VIER PFOTEN Experten werden die Herde über die nächsten Monate überwachen. Hierzu hatten alle Tiere vor ihrer Auswilderung Mikrochips bekommen und Mary zusätzlich ein GPS-Gerät, das sie nun um den Hals trägt.
Der Hwange National Park umfasst 14.600 Quadratkilometer. Es ist ein für die Gruppe perfekt geeigneter Lebensraum, in dem die leidgeprüften Tiere die letzten Schritte in ein sicheres und artgerechtes Leben selbst setzen können. Ein erleichtertes VIER PFOTEN Team sah zu, wie die Elefanten, mit denen sie seit September gearbeitet hatten, in den endlosen Weiten der simbabwischen Naturlandschaft verschwanden.
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